Nicht übertragbare Krankheiten

BMZ fördert Projekt zu Aufklärung über NCDs und Reduktion von Risikofaktoren wie Luftverschmutzung

1. Nicht übertragbare Krankheiten reduzieren

Beim Kochen über offenem Feuer atmen die Frauen gesundheitsschädlichen Rauch ein. Foto: Rainer Hörig

BMZ fördert neues Projekt von Ecumenical Sangam und IIYW – Aufklärung über Krankheiten sowie rauchfreie Öfen und Bäume für bessere Atemluft

Nicht übertragbare Krankheiten (Non-communicable Diseases, NCDs) sind für die meisten Todesfälle weltweit verantwortlich. Zu ihnen zählen etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebs oder chronische Atemwegserkrankungen. Ihnen gemeinsam ist, dass sie nicht ansteckend sind. Zugleich gelten sie als Risikofaktoren für eine Corona-Infektion.

Indien verzeichnet rund vier Millionen Todesfälle jährlich durch nicht übertragbare Krankheiten. Dort leiden insbesondere Menschen an diesen Krankheiten, die unter der Armutsgrenze leben. Bei ihren Gesundheitsuntersuchungen im Rahmen von Diagnostic Camps stellten die Krankenschwestern unseres indischen Ankerpartners Ecumenical Sangam fest, dass die Menschen immer wieder über Reizhusten, chronische Atemnot, ein ständiges Durstgefühl oder Wucherungen klagten – Symptome, die auf chronisch gewordene Atemwegserkrankungen, Diabetes oder sogar eine Krebserkrankung schließen lassen.

Diese Erfahrung war der Startpunkt für das neue Projekt des Ecumenical Sangam: Die in der zentralindischen Stadt Nagpur ansässige Organisation kümmert sich nun vor allem um die Aufklärung über nicht übertragbare Krankheiten (Non-communicable Diseases, NCDs) und möchte zudem externe Risikofaktoren wie Luftverschmutzung reduzieren. Der Sangam arbeitet bei der Realisierung des Projekts mit einer weiteren Nagpurer Organisation zusammen, dem Indian Institute of Youth Welfare (IIYW). Mit IIYW hat die DIZ bereits ein Abwasserprojekt im Dorf Mohorli realisiert.

Nicht übertragbare Krankheiten haben viele verschiedene Ursachen: Die Risikofaktoren für NCDs, beispielsweise Rauchen, mangelnde körperliche Bewegung, erhöhter Alkoholkonsum und ungesunde Ernährung, sind oftmals vermeidbar – wenn man sich der Zusammenhänge bewusst ist. An diesem Wissen mangelt es in Indien insbesondere in den ärmeren Bevölkerungsgruppen vielfach – ebenso wie an medizinischer Versorgung. So bleiben nicht übertragbare Krankheiten bei Menschen aus indischen Slums und Dörfern oft gänzlich unerkannt oder werden erst viel zu spät behandelt.

Pflanzen von Bäumen verbessert die Luftqualität – wie hier im Rahmen eines Partnerworkshops. Foto: Helena Bartsch

Hinzu kommt, dass diese Menschen in besonderem Maße externen Gefahren wie der Umweltverschmutzung ausgesetzt sind, etwa wenn sie an ihren Arbeitsstätten ungeschützt mit krebserregenden Stoffen hantieren müssen oder sich Slums in der Nähe von Fabrikgeländen ansiedeln, die Luft oder Wasser mit Giftstoffen verunreinigen. Mangelernährung ist ein ebensolches Risiko wie das noch immer verbreitete Kochen auf offenen Feuern und die damit einhergehende Luftverschmutzung in den Häusern oder das Verbrennen von (Plastik-)Müll. Der Ecumenical Sangam plant daher zudem , 400 Familien, die unter der Armutsgrenze leben, mit rauchfreien Öfen auszustatten. Diese kochen bislang in ihren Häusern über dem offenen Feuer; die Rauchbelastung für die Lungen besonders der Frauen und Kinder ist erheblich.

Im Rahmen des Projekts werden zudem zahlreiche Bäume gepflanzt, um die Luftverschmutzung zu reduzieren, die NCDs begünstigt: Hunderte junge Baumsetzlinge sollen in 65 Dörfern die Luftqualität verbessern. Die ausgewählten Dörfer liegen entlang der Highways, denn die dortige Bevölkerung leidet besonders unter den Abgasen und dem Feinstaub.

Das Projekt zur Aufklärung über NCDs hat im Februar 2021 begonnen und läuft bis Dezember 2024. Es wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziell unterstützt. Etwa 399.000 Euro und damit etwa 75 Prozent der Gesamtkosten finanziert das BMZ. Die beiden indischen Projektpartner steuern zusammen etwa 53.000 Euro bei. Der Eigenanteil der DIZ, für den wir auf Spenden angewiesen sind, beträgt rund 80.000 Euro.

Spenden

Bitte unterstützen Sie den Ecumenical Sangam und IIYW dabei, die Bevölkerung in den Dörfern und Slums über nicht übertragbare Krankheiten aufzuklären und die Menschen bestmöglich davor zu schützen, unter anderem durch die Förderung von Baumpflanzungen!

Evangelische Bank eG
IBAN: DE84 5206 0410 0004 0041 08
Stichwort: NCD-Projekt