-
15.04.2013
Newsletter online!!!
-
14.02.2013
Neuer Newsletter zum lesen online!
Walter Hahn und Martin Remppis behandeln neben der gesellschaftlichen Situation von kastenlosen Dalits in Indien auch das kastenübergreifende Problem der Ernährungssicherung. Das „Recht auf angemessene Ernährung“ ist ein Menschenrecht, das bereits in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verbindlich festgehalten und im UN-Sozialpakt präzisiert wird. Der Versuch Indiens, diesem Recht nachzukommen, ist spannungsvoll. U.a. finanziert der Staat mit dem PDS (Public Distribution System) die Subventionierung von Grundnahrungsmitteln für bedürftige Bevölkerungsgruppen und mit dem NREGA (National Rural Employment Guarantee Act) ein umfangreiches Beschäftigungsprogramm für ländliche Gebiete zur Sicherung des Lebensunterhalts. Die NGOs ergänzen ihre „Entwicklungsprojekte“ mittlerweile durch einen Menschenrechtsansatz, der den Staat verpflichten will, für eine ausreichende Grundversorgung aller mit den wichtigsten Dienstleistungen zu sorgen.
Am stärksten betroffen von Armut und Hunger sind die Dalits und Adivasi (Ureinwohner). Die Dalits haben darüber hinaus auch unter einer v.a. auf dem Lande noch immer sehr stark wirksamen Diskriminierung und Ausgrenzung zu leiden. Weil sie als spirituell „unrein“ angesehen werden, müssen sie die schmutzigsten und erniedrigendsten Arbeiten verrichten (Latrinenreinigen, Straßenkehren, Beseitigen von toten Tieren, Totenverbrennung) und haben nur einen mit vielen Hindernissen versehenen Zugang zur Grundversorgung im Bereich der Gesundheit und Bildung, zu Wasser und zu den Tempeln – von der politischen Beteiligung und besser bezahlter Beschäftigung ganz zu schweigen. Frauen werden häufig zusätzlich noch sexuell missbraucht (z.B. Tempelprostitution). Gegen alle diese Formen der Ausgrenzung und Ausbeutung gibt es zwar Gesetze, an die sich allerdings kaum jemand hält und die auch der Staat selbst nicht ernsthaft durchsetzt. Im Sinne des oben erwähnten menschenrechtlichen Ansatzes versuchen NGOs den mit den Gesetzen gewährten Schutz und mögliche Förderungen durchzusetzen.
Inwiefern die Vorgehensweise des indischen Staats und die Strategien der NGOs sinnvoll und zukunftsweisend sind, soll diskutiert werden.
Programm zum Tagesseminar
10.00 – 10.30 Uhr Begrüßung
1. Grußwort von Pfarrer Detlev Knoche, Leiter des Zentrums Ökumene der EKHN
2. Grußwort DIZ
10.30 – 12.30 Uhr Vortrag von Walter Hahn
Wer sind die Dalits in der indischen Gesellschaft? Wer die Adivasi und Tribals? Wie ist die indische Gesellschaft strukturiert? Was sind Kasten? Was bedeutet „Unberührbarkeit“? Wie sieht die Diskriminierung der „Unberührbaren“ konkret aus? Welche Folgen hat sie für die „Unberührbaren“? Wie kann „Inklusion“ (Integration) für die Dalits aussehen? Was wollen die Dalits erreichen und woran mangelt es ihnen? Ist Integration möglich und was ist nötig, sie zu verwirklichen? Können einzelne Projekte helfen oder sind andere (zusätzliche) Strategien notwendig? Wie können diese aussehen?
12.30 – 14.00 Uhr Mittagspause
14.00 – 16.00 Uhr Vortrag von Martin Remppis
Hunger in Indien - Wie kann das Recht auf Nahrung durchgesetzt werden?
Trotz Wirtschaftsboom hungern in Indien 230 Millionen Menschen. Damit ist Indien das Land mit den meisten Hungernden weltweit. Was sind die Grundlagen zur Durchsetzung des
Rechts auf Nahrung in Indien? Wie kann der indische Staat verstärkt in die Pflicht genommen werden, mehr für die Reduzierung der Armut und des Hungers zu tun? Welche staatlichen Bemühungen gibt es bereits und wie kann die Wirkung der staatlichen Programme verbessert werden? Was leisten „Brot für die Welt“-Partnerorganisationen in Indien?
16.00 – 16.30 Uhr Pause / Kaffee, Tee und Kuchen / Zeit für Austausch
16.30 – 18.00 Uhr Podiumsdiskussion zu beiden Themenkomplexen und informeller Austausch
Referenten:
Walter Hahn ist Koordinator der Plattform Dalit Solidarität in Deutschland, die sich für die Sicherung der Menschenrechte und die Verbesserung der Lebenssituation der Dalits in Südasien (insbesondere in Indien) und in ähnlicher Weise diskriminierter Bevölkerungsgruppen in anderen Ländern Asiens und Afrikas einsetzt.
Martin Remppis ist Referent für Ernährungssicherung bei Brot für die Welt und Spezialist für das Recht auf Nahrung. Er beschäftigt sich mit Fragen der Nahrungsmittelproduktion und -verteilung sowie mit Strategien der Hungerreduzierung durch soziale Grundsicherung.
Moderation:
Dr. Jona A. Dohrmann, Geschäftsführender Vorstandsvorsitzender der DIZ
Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen der Deutsch-Indischen Zusammenarbeit
e. V., der Plattform Dalit Solidarität in Deutschland sowie Brot für die Welt.
Ihre Anmeldung für die Teilnahme am Seminar ist ab sofort möglich. Senden Sie dazu einfach eine E-Mail an: simon@diz-ev.de
| Anhang | Größe |
|---|---|
| Wegbeschreibung-ZentrumÖkumene-Ffm.pdf | 49.79 KB |
| Programm Seminar Diskriminierung und Ernährungssicherheit.pdf | 205.58 KB |